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75, 3, 1, 20 und noch viel mehr - Die Neuenburg 2010

Fünfundsiebzig Jahre ist es her, dass in den Mauern des Schlosses Neuenburg auf Initiative des Freyburgers Otto Krauschwitz erstmals ein Museum eingerichtet wurde. Die zum Teil exotisch anmutenden Expositionen, wie z. B. eine Südsee-Sammlung, lagen in der Berufstätigkeit des Museumsgründers als Vermessungsoffizier bei der Kaiserlichen Marine begründet. Die Entwicklung des Neuenburger Museums verlief jedoch keineswegs ungebrochen und so muss man eigentlich von drei Museen sprechen. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges existierte das erste Museum nicht mehr, große Teile der Sammlungen waren geplündert oder zerstört. 1951 eröffnete dann das zweite, kultur- und naturhistorische Museum. Dessen erfolgreiche Entwicklung wurde 1971 jäh unterbrochen. Aufgrund von Bauschäden erfolgte die Schließung. Ergebnis dieses bis 1989 andauernden Zustands waren Verwahrlosung und Verfall. Nur dem beherzten Eingreifen einer Freyburger Bürgerinitiative ist die Rettung der Anlage zu verdanken. Im Ergebnis jahrelanger Arbeit präsentiert sich seitdem nun das dritte Museum mit einem breiten Ausstellungsangebot. Kernstücke sind dabei die Ausstellungen "Burg und Herrschaft" sowie das Weinmuseum von Sachsen-Anhalt "Zwischen Fest und Alltag - Weinkultur in der Mitte Deutschlands". Ein beliebter Ort für die jüngsten Besucher ist die "Kinderkemenate". Im Jubiläumsjahr beleuchtet eine Sonderausstellung im Bergfried "Dicker Wilhelm" die unterschiedlichsten Aspekte und Facetten der "Neuenburg-Museen".

Im Herbst steht dann ein besonderes Ereignis an: Eine neue Dauerausstellung wird eröffnet. Schon im Jahr 2002 übereigneten private Stifter, die Familie Hüttel von Heidenfeld und Partner, dem Museum eine wertvolle Sammlung historischer Taschenuhren. Deren Präsentation erfolgt ab September unter dem Titel "UhrZeit".

Seit 1993 ist Europas führendes Festival für mittelalterliche Musik "montalbâne" auf der Neuenburg und in der Stadtkirche St. Marien zu Freyburg beheimatet. 2009 findet es unter Beteiligung der weltweit wichtigsten Ensembles zum zwanzigsten Mal statt!

Und schließlich kann man in den Mauern der Neuenburg Heiraten, Feiern, Tagen, einheimische Weine verkosten, im Museumsladen Stilvolles erwerben sowie in den Ferienwohnungen im Brunnenhof auch übernachten und erholsame Tage verbringen.

75, 3, 1, 20 - egal mit wie viel Personen Sie uns besuchen oder wie lange Sie bleiben: es lohnt sich!



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MAUERN GEFALLEN - Die Neuenburg 2009

Vor zwanzig Jahren fiel mit der "Berliner Mauer" das wohl symbolträchtigste "Denkmal" der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges.

Während man sich über den "großen" Mauerfall freuen konnte, waren andere Mauern in beängstigendem Maße am Fallen - die Mauern der Neuenburg. Nach fast zwanzig Jahren der Schließung bot sich ein Bild der Verwahrlosung und des Verfalls, eine der bedeutendsten hochmittelalterlichen Burgen Mitteldeutschlands war in ihrer Existenz bedroht.

Zaun mit Stacheldraht im Brunnenhof 1989

Doch erregten diese kaputten Mauern auch Menschen, die den Verlust nicht mehr tatenlos hinnehmen wollten! Im Wendeherbst des Jahres 1989 bildete sich in Freyburg eine Bürgerinitiative, welche die Burg friedlich "stürmte" sowie die Einsetzung einer neuen Museumsmannschaft und den Beginn der Rettungsarbeiten erwirkte. In den Folgejahren entwickelte sich die Wiedererstehung der Neuenburg zu einem wahren Gemeinschaftswerk von Ost und West; vom Engagement der öffentlichen Hand, privatem Einsatz und privatwirtschaftlicher Hilfe. Noch heute ist dieses gemeinsame Bemühen am Zusammenwirken der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, des Vereins zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e. V., des Burgenlandkreises, der Stadt Freyburg und der vielen Freunde und Förderer erkennbar.

Nachdem die Neuenburg seit 1991 erstmals im Rahmen von "Baustellenführungen" wieder zugänglich wurde, kamen in der Folgezeit eine Vielzahl von Ausstellungsbereichen und Angeboten hinzu: 1992 die romanische Doppelkapelle und der Kleine Rundgang mit der Ausstellung zu Küche und Hofhaltung der sächsischen Fürsten sowie dem Sonderausstellungsbereich im Tonnengewölbe des Fürstenbaus, Mitte der 1990er Jahre die Räume zur Nutzungsgeschichte in Renaissance und Barock, der Festsaal mit dem Jagdzimmer sowie der prächtige Fürstensaal, 1996 die "Kinderkemenate" als besonderes Angebot für die jüngsten Besucher, 1998 das Weinmuseum Sachsen-Anhalts "Zwischen Fest und Alltag – Weinkultur in der Mitte Deutschlands" und 2003 die Exposition "Burg und Herrschaft - die Neuenburg und die Landgrafschaft Thüringen im hohen Mittealter" zur Blütezeit der Neuenburg, mit der sich so klangvolle Namen wie der des Kaisers Friedrich Barbarossa, der bedeutenden Landgrafen von Thüringen, des Dichters Heinrich von Veldeke und schließlich Elisabeths von Thüringen verbinden. Die saisonalen Sonderausstellungen im Bergfried "Dicker Wilhelm" und in der Kernburg runden das umfangreiche museale Spektrum ab.

Brunnenhof heute

Zusätzlich bieten zahlreiche Veranstaltungen wie "Walpurgis-Nacht-Rock", das mittelalterliche Burgfest zu Pfingsten oder der St. Martins-Markt im November unvergessliche Erlebnisse. Seit 1993 ist das europaweit führende Festival für mittelalterliche Musik "montalbâne" auf der Neuenburg und in der Stadtkirche St. Marien zu Freyburg beheimatet. Und schließlich kann man in den Mauern der Neuenburg Heiraten, Feiern und Tagen sowie in den Ferienwohnungen im Brunnenhof oder den Gästezimmern im Siedlerhaus auch übernachten und erholsame Tage verbringen.

Mauern gefallen?! - im alltäglichen Leben gibt es ja diesbezüglich mit Blick auf verschiedenste Situationen immer wieder Zweifler. Trennendes überwinden und Einendes erleben, das ist der Anspruch der Neuenburg: In der Hoffnung, dass an und in diesen historischen Mauern alle Gefallen finden!



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Tradition und Identifikation


Begrüßung der einmillionsten Besucherin

21 Jahre sind seit der friedlichen „Erstürmung" der Neuenburg durch die beherzten Freyburger Bürger vergangen. Viele konnten den nahezu unglaublichen Wiederaufbau der vom Verfall bedrohten Burganlage beobachten und begleiten. Dass sich die Neuenburg heute wieder als ein attraktives und lebendiges Museum präsentieren kann, ist das Verdienst vieler.

In nahezu beispiellosem gemeinsamen Engagement der öffentlichen Hand - von der Europäischen Union über den Bund, das Land, den Kreis bis hin zur Stadt Freyburg - sowie der Bürger und zahlreicher Freunde, Förderer und Partner mit dem Verein zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. gelang es, nicht nur eine der bedeutendsten Burgen Mitteldeutschlands baulich zu retten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen - gleichzeitig wurde damit auch ein Identifikationspunkt geschaffen.

Stolz kündet die wiedererstandene Feste vom Aufbauwillen und Traditionsbewusstsein der Menschen in einer Region, die sich ja auch über den alten wie den neuen Kreisnamen "Burgenlandkreis" mit den Zeugen ihrer Vergangenheit identifiziert.

Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern besuchen inzwischen jährlich die Neuenburg. Im Frühjahr 2004 konnte der einmillionste Gast seit der Wiedereröffnung des Museums im Jahr 1992 begrüßt werden. Ein schöner Lohn gemeinsamer Bemühungen, der auch eines deutlich macht: die Neuenburg ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für den Kulturtourismus. Region und Burg leben im besten Sinne des Wortes von und mit einander.



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Letzte Aktualisierung am 04.02.2010