Dicker Wilhelm

Der Bergfried "Dicker Wilhelm"

Der Bergfried "Dicker Wilhelm" ist der letzte und einzig erhaltene von drei Rundtürmen, die einst auf der Neuenburg standen.

Der älteste Rundturm befand sich in der Kernburg östlich der Doppelkapelle. Die Fundamente des wahrscheinlich um 1100 errichteten Turmes (Gesamtdurchmesser 17,40 m, Mauerstärke von insgesamt 4,75 m) wurden 1937 bei Drainagearbeiten entdeckt.

Der zweite Rundturm (Durchmesser 15,2 m, Mauerstärke 4,4 m) stand in der Vorburg der Neuenburg. Er wurde 1662 durch einen Blitzschlag zerstört. Heute steht nur noch ein Stumpf von 3 Metern Höhe. Bemerkenswert an ihm sind vier diagonal angeordnete Ecksporen.

Der dritte Rundturm, der "Dicke Wilhelm", steht ebenfalls in der Vorburg. Wahrscheinlich entstand er ab der Mitte des 12. Jahrhunderts. Seine Mauerstärke beträgt 2,85 m, der Durchmesser 14 m, die Mindesthöhe 23 m. Der eigentliche Eingang in den Turm führte in das hoch gelegene gewölbte Hauptgeschoss. Der jetzige Zugang zu ebener Erde stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der gehobene Wohnkomfort, gekennzeichnet durch Abortanlagen und Kamin, lässt darauf schließen, dass sich im "Dicken Wilhelm" die Funktionen von Wohn- und Wehrturm vereinten. Eine Treppe innerhalb der Mauer führt in weitere Geschosse nach oben und nach unten. Die ursprünglich mit Schiefer gedeckte Turmhaube stammt aus dem Jahre 1550. Seit dem späten 19. Jahrhundert diente der Turm als Wasserreservoir der Staatsdomäne.

Durch die langjährige landwirtschaftliche Nutzung im 19./20. Jahrhundert befand sich der Turm in einem sehr baufälligen Zustand. Nach seiner Sanierung wurde er 1983 mit einer Ausstellung über die Baugeschichte des Turmes und der Neuenburg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 1991 ist der Bergfried mit seinen Sonderausstellungen und als Aussichtsturm in das museale Konzept der Neuenburg eingebunden.

Zu den Uhrwerken:

Das im Dachgeschoss des Turmes ausgestellte älteste Uhrwerk stammt aus dem Barock, es wurde 1677 in den Turm eingebaut. Das große Uhrwerk in der Mitte ist von der Firma J. F. Weule, Bockenem, aus dem Jahre 1899. Das Ziffernblatt dazu ist neueren Datums. Die derzeitige Uhr des „Dicken Wilhelm“ ist vom Typ „Zacharias“. Das Uhrwerk stammt aus dem Jahre 1960 und wurde im Januar 1995 restauriert.

Bergfried "Dicker Wilhelm"